Gesundheitsplanung

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Öffnungszeiten

08:30 - 12:00 Uhr

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Neun Fragen und Antworten zur Herner Gesundheitskonferenz

Details anzeigen 1. Was ist eine Gesundheitskonferenz?

Die kommunale Gesundheitspolitik kann nur erfolgreich sein, wenn Gesundheit als Gemeinschaftsaufgabe begriffen wird.

Die Herner Gesundheitskonferenz führt Sachverständige und interessierte Bürgerinnen und Bürger zusammen. Es steht damit ein Forum zur Verfügung, auf dem aktuelle gesundheitspolitische Probleme und zukünftige Herausforderungen öffentlich angesprochen werden können, zu deren Bewältigung die Anstrengung aller am Gesundheitswesen direkt und indirekt Beteiligten erforderlich ist.

Die Gesundheitskonferenz ist eine freiwillige, an Regeln gebundene Form der Zusammenarbeit, mit der die örtlichen Akteure des Gesundheitswesens die Verbesserung der Versorgungssituation und der gesundheitlichen Lebensbedingungen anstreben.

Diese Zusammenführung des örtlichen Fachwissens erfolgt mit dem Ziel, gemeinsame, auf die spezifische Situation der Stadt zugeschnittene Handlungsperspektiven zu erarbeiten. Die Gesundheitskonferenz strebt bei ihren Empfehlungen Einvernehmlichkeit an und will Wege zu ihrer Umsetzung bahnen.

Details anzeigen 2. Welche Ziele verfolgt die Gesundheitskonferenz?

Mit der Gesundheitskonferenz sollen grundlegende Orientierungen zur Verbesserung der gesundheitlichen Versorgungsstruktur der Bevölkerung erarbeitet werden. Gegebene vorhandene Zuständigkeiten und Aufgaben werden dabei grundsätzlich nicht in Frage gestellt, aber durch bürgernahe Vorschläge ergänzt. Die Zusammenführung der unterschiedlichen im Gesundheitswesen vorhandenen "Kräfte" findet statt, um die gesundheitlichen Angebote wirkungsvoller einzusetzen und sie zielgerichteter zu bündeln. In diesem Sinne führt die Konferenz das örtliche Fachwissen der Experten, die verschiedenen Arbeitsbereiche des Gesundheitswesens und das Bürger- und Selbsthilfewissen zusammen. Sie versucht, die Sichtweisen der verschiedenen Berufe und Einrichtungen zu verdeutlichen, Übereinstimmungen so-wie gegensätzliche Standpunkte und unterschiedliche Zuständigkeiten aufzuzeigen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu entwickeln.

Im Einzelnen strebt die Gesundheitskonferenz auf der Grundlage eines gemeinsamen Informationsstandes folgendes an:

  • Die Durchschaubarkeit und Übersichtlichkeit im gesundheitlichen Versorgungsfeld soll verbessert werden.
  • Der Dialog zwischen den Trägern, Einrichtungen und Diensten einerseits und den Nutzern der gesundheitlichen Angebote andererseits soll gefördert werden.
  • Die Zusammenarbeit der gesundheitlichen und sozialen Einrichtungen und Dienste soll verstärkt werden.
  • Die Lücken im gesundheitlichen Versorgungsfeld sollen geschlossen werden.
  • Die Möglichkeiten der Selbsthilfe sollen erweitert werden.
  • Die gesundheitliche und soziale Lage von benachteiligten Bevölkerungsgruppen soll stärker berücksichtigt werden.
  • Den aktiven Bürgerinnen und Bürgern soll eine bessere Beteiligung in gesundheitlichen Fragen der Kommune ermöglicht werden.

Details anzeigen 3. Wie wird die Gesundheitskonferenz vorbereitet?

Für die Vorbereitung einer Gesundheitskonferenz sind eine Untersuchung und Analyse der tatsächlichen Versorgungssituation in Herne unverzichtbar. Dabei werden die Wirksamkeit des professionellen Versorgungssystems, die Bedeutung der Selbsthilfe, der Umfang der wohnortnahen Hilfen und die Fähigkeit zum gemeinsamen Handeln im Gesundheitssektor aufgezeigt.

Hierzu kann es erforderlich sein, einen kommunalen Gesundheitsbericht zum Thema der Gesundheitskonferenz zu erstellen. Es können aber auch bereits vorliegende Studien und Untersuchungen herangezogen werden. Gegebenenfalls werden auch Aufträge erteilt, um Spezial-berichte und Expertisen zu erstellen.

Im Vorfeld der Gesundheitskonferenz erfolgen Gespräche mit den in dem thematisierten Bereich arbeitenden örtlichen Fachleuten und den freiwillig engagierten Personen, um die kon-kreten Problemlagen in Herne zu erfassen. Die Jahresberichte der Institutionen und Einrichtungen werden ausgewertet und Interviews durchgeführt.

Aufgrund dieser Informationen werden von der Geschäftsstelle der Gesundheitskonferenz Entwürfe für Empfehlungen erstellt, die anschließend in einem vorbereitenden Arbeitskreis diskutiert, überarbeitet und ergänzt werden.

Diese Ergebnisse der Vorbereitungen (Materialien und Empfehlungen) werden vor der Gesundheitskonferenz allen eingeladenen Teilnehmern zur Verfügung gestellt. Im Rahmen der Konferenz hat jeder Teilnehmer die Möglichkeit, seine Sichtweise darzulegen und eigene Vorschläge und Empfehlungen vorzustellen. Die Empfehlungen werden nach einem offenen Meinungsaustausch einvernehmlich verabschiedet.

Details anzeigen 4. Wer nimmt an der Gesundheitskonferenz teil?

Die Herner Gesundheitskonferenz ist eine öffentliche Veranstaltung, zu der jede Bürgerin und jeder Bürger Zutritt und Rederecht hat. Von der Geschäftsstelle der Gesundheitskonferenz werden offiziell eingeladen:

1. Ein fester Stamm von im Vorfeld benannten Vertretern der örtlichen Institutionen, Einrichtungen, Gremien, politischen Gruppierungen etc.

2. Ein wechselnder Kreis von Personen, die sich als örtliche Fachleute für das jeweilige Thema der Gesundheitskonferenz ausgewiesen haben.

Die Teilnehmer/Innen sind:
Örtliche und auswärtige Expert/innen, Politiker/innen, Wissenschaftler/innen, Ärztinnen und Ärzte, Krankenkassen, Krankenhäuser, interessierte Bürger/innen, Initiativen, gesundheitliche Selbsthilfegruppen, Gewerkschaften, Betriebe, Wohlfahrtsverbände, Einrichtungen, Dienste etc.

Details anzeigen 5. Welche Themen bearbeitet die Gesundheitskonferenz?

2008 - "Sterben in Würde"
2004 - "Jugend braucht Zukunft"
2000 - "Gesundheit für Kinder und Jugendliche"
1997 - "Gesundheit im Alter"
1996 - "Wege aus der Sucht"
1993 - "Häusliche Pflege"
1992 - "Sucht in Herne - Prävention und Hilfen"
1991 - "Gesundheitlicher Umweltschutz in Herne"
1990 - "Älterwerden in Herne"
1989 - "Gesundheitsförderung"

Details anzeigen 6. Wie werden die Ergebnisse der Gesundheitskonferenz umgesetzt?

  • Die Ergebnisse der Gesundheitskonferenz werden in einer Tagungsdokumentation veröffentlicht und allen Teilnehmer/innen und allen Interessierten zur Verfügung gestellt.
  • Einzelne Beteiligte entwickeln für ihren Arbeitsbereich konkrete Projekte zur Umsetzung der Empfehlungen.
  • Verschiedene Mitwirkende nehmen untereinander Kontakt auf, um gemeinsam eine oder mehrere Empfehlungen zu verwirklichen.
  • Die Geschäftsstelle der Gesundheitskonferenz lädt verschiedene Teilnehmer/innen ein, sich über Umsetzungsmöglichkeiten auszutauschen und sich aktiv an geplanten Aktivitäten zu beteiligen.
  • Arbeitsgruppen beschäftigen sich mit noch nicht geklärten Fragen und noch nicht umgesetzten Empfehlungen und arbeiten an zukünftigen Lösungsmöglichkeiten.
  • In einem gemeinsamen Workshop stellen einzelne Teilnehmer/innen der Gesundheitskonferenz den Stand ihrer Umsetzungsaktivitäten vor.

Details anzeigen 7. Wie lauten die Grundsätze der Gesundheitskonferenz?

A. Freiwillige Kooperation

01. Die Gesundheitskonferenz ist ein freiwilliger Zusammenschluß, der die Eigenständigkeit der Teilnehmer nicht einschränkt.

02. Zentraler Grundsatz der Arbeit im Rahmen der Gesundheitskonferenz ist die Konsensfindung.

03. Die Teilnehmer bekunden die Bereitschaft zur Kooperation mit anderen Institutionen, Initiativen, Vereinen, Arbeitskreisen, Selbsthilfegruppen und engagierten Bürgerinnen und Bürgern.

B. Mitwirkungspflichten

04. Die an der Gesundheitskonferenz interessierten Institutionen, Initiativen, Vereine, Arbeitskreise, Selbsthilfegruppen etc. erklären sich bereit, die sie in der Konferenz vertretenden Personen frühzeitig und verbindlich zu benennen.

05. Die Teilnehmer unterstützen die Geschäftsstelle der Gesundheitskonferenz bei der Erstellung von Informationsgrundlagen und Materialien (Gesundheitsberichterstattung).

C. Regeln der Zusammenarbeit

06. Im Rahmen der Gesundheitskonferenz arbeiten professionelle und freiwillig engagierte Akteure des Gesundheitswesens zusammen.

07. Alle Akteure des Gesundheitssektors akzeptieren sich im Rahmen der Gesundheitskonferenz als gleichberechtigte Partner. In den Diskussionen wird zwischen Meinungen und Personen unterschieden.

08. Die Gesundheitskonferenz kann bei Bedarf zu speziellen Themen Projektgruppen einrichten.

09. Die Gesundheitskonferenz arbeitet nicht in Konkurrenz zu bereits bestehenden Gremien und Arbeitskreisen.

10. Im Rahmen der Konferenz hat jeder Teilnehmer das Rederecht.

D. Ergebnisorientierung

11. Die Konferenzteilnehmer streben an, einvernehmliche Handlungsempfehlungen zu erzielen.

12. Die Ergebnisse der Gesundheitskonferenz werden in der Form eines Tagungsprotokolls der Öffentlichkeit und allen Teilnehmern zugänglich gemacht.

13. Die Teilnehmer erklären ihre Bereitschaft, die Empfehlungen der Gesundheitskonferenz in ihrer Arbeit zu berücksichtigen.

14. Projektgruppen werden nach der Gesundheitskonferenz die offengebliebenen Fragen klären.

15. Im Sinne des Kooperationsgedankens wird angestrebt, eine gemeinschaftliche Umsetzung der Handlungsempfehlungen zu erreichen.

Details anzeigen 8. Wo erfahre ich mehr über die Herner Gesundheitskonferenz?

Stadt Herne (Hg.): Das neue Konzept der Herner Gesundheitskonferenz, Dokumentation 1, Herne, 1996

Stadt Herne (Hg): Planungsprozesse der Herner Gesundheitskonferenz, Dokumentation 2, Herne 1996

Stadt Herne (Hg.): Protokoll der Herner Gesundheitskonferenz "Wege aus der Sucht", Dokumentation 3, Herne, 1997

Stadt Herne (Hg.): Die Umsetzung der Empfehlungen der Herner Gesundheitskonferenz "Wege aus der Sucht", Dokumentation 4, Herne, 1998

Stadt Herne (Hg.): Protokoll der Herner Gesundheitskonferenz „Gesundheit im Alter“, Dokumentation, Herne, 1999

Stadt Herne (Hg.): Die Umsetzung der Empfehlungen der Herner Gesundheitskonferenz "Gesundheit im Alter", Dokumentation , Herne, 2000

Stadt Herne (Hg.): Protokoll der Herner Gesundheitskonferenz „Gesundheit für Kinder und Jugendliche“, Dokumentation, Herne, 2001

Stadt Herne (Hg.): Die Umsetzung der Empfehlungen der Herner Gesundheitskonferenz "Gesundheit für Kinder und Jugendliche", Dokumentation , Herne, 2001

A. Brandenburg; C. von Ferber; A. Renner; K. Winkler: Gesundheitskonferenzen als kommunaler Handlungsprozess, in: Public-Health-Forschungsverbünde in der Deutschen Gesellschaft für Public Health e. V. (Hg.): Public-Health-Forschung in Deutschland: Stand und Perspektiven der Public-Health Forschung, Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung, Prävention und Gesundheitsförderung, Versorgungsforschung und Qualitätsmanagement, Gesundheitssystemforschung und Gesundheitsökonomie, Bern, 1999, S. 245 - 250

A. Brandenburg; M. Nowak: Gesundheitskonferenzen als Instrumente der Gesundheitsförderung. Erfahrungen mit der Umsetzung kommunaler Gesundheitspolitik, in: Soziale Medizin, Jahrbuch für kritische Medizin Band 26, Hamburg, 1997

A. Brandenburg; M. Nowak; K. Winkler: Die kommunale Gesundheitspolitik benötigt wirksame Instrumente, in: H. J. Dahme; N. Wohlfahrt (Hg): Verbesserung oder Ende der Gesundheitsförderung, Schriftenreihe der Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen, Bd. 19, Düsseldorf, 1998, 87 - 99

A. Brandenburg; K. Winkler: Die Verknüpfung von Gesundheitsberichterstattung und Gesundheits-konferenz. Ein innovatives Modell für die kommunale Gesundheitsplanung. in: Murza, G.; Hurrelmann, K. (Hg.): Regionale Gesundheitsberichterstattung. Konzeptionelle Grundlagen, methodische Ansätze und Aspekte der praktischen Umsetzung, Weinheim, 1996, 90 - 101

A. Brandenburg; K. Winkler: Ohne eine angemessene Infrastruktur hat die kommunale Gesundheitsförderung keine Zukunft, in: H. Heinemann (Hg.): Die Ottawa-Frage - Was wird in zehn Jahren von den Ideen der Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung übrig sein? Frankfurt, 1997

A. Renner; A. Brandenburg; C. von Ferber, K. Winkler: Kommunale Gesundheitspolitik mit Gesundheits-konferenzen, in: Soziale Sicherheit 10/98, S. 326 - 336

K. Winkler: Das Zusammenwirken von Gesundheitskonferenzen und Gesundheitsberichterstattung in Herne, in: Gesunde-Städte-Regional-Netzwerk HEREUN (Hg.): Neues Gesetz - Neues Leitbild - Neues Gesundheitsamt?- Fachtagung am3. 11. 1998 in Haus Opherdicke, Kreis Unna, Essen, 1999

K. Winkler: Neue Wege der Koordination und Kooperation - Gesundheitskonferenz und Gesundheitsberichterstattung als Impulsgeber? In: Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Abteilung Krankenhäuser und Psychiatrie (Hg.): Jugendhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie: Wie können gesetzliche Handlungsspielräume für eine intensivere Zusammenarbeit genutzt werden? Fachtagung am 4. 8. 1999, Münster 2000, S. 19 - 31

Details anzeigen 9. Wer organisiert die Gesundheitskonferenz?

Stadtverwaltung Herne, Gesundheitsamt, Postfach 10 18 20, 44621 Herne,

Abt.: Gesundheitsförderung und Gesundheitsplanung, Geschäftsstelle der Gesundheitskonferenz

Katrin Linthorst, katrin.linthorst@herne.de, 0 23 23 / 16 45 70

Klaus Winkler, klaus.winkler@herne.de, 0 23 23 / 16 45 74