Gesundheitsplanung

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Kommunale Gesundheitsberichterstattung

Notwendige Voraussetzung einer effektiven kommunalen Gesundheitspolitik ist eine handlungsorientierte und praxisrelevante Gesundheitsplanung, die den lokalen gesundheitlichen Herausforderungen und Problemfeldern und der bestehenden Infrastruktur Rechnung trägt. Die Gesundheitsplanung hat die Funktion, Kooperation und Koordination aller am Gesundheitswesen Beteiligten auf kommunaler Ebene zu verbessern, den vorhandenen Sachverstand zu aktivieren und zusammenzuführen, brachliegendes Innovationspotential zu mobilisieren und damit auf kommunaler Ebene einen Modernisierungsschub im Gesundheitswesen auszulösen.

Ein wichtiges Instrument einer so verstandenen Gesundheitsplanung ist die Gesundheitsberichterstattung, die dazu beitragen soll, der kommunalen Gesundheitspolitik rationale Entscheidungsgrundlagen zu liefern und Möglichkeiten und Chancen innovativer Interventionen sichtbar zu machen.

Ein kommunaler Gesundheitsbericht muss nach der Angemessenheit der bestehenden Versorgungslandschaft fragen, er muss Anregungen und innovative Impulse für die Ausgestaltung der Einrichtungen und Dienste geben, er muss die Lebensweisen der Bevölkerung thematisieren und Hinweise geben, welche Möglichkeiten für gesundheitsfördernde Maßnahmen gegeben sind und wie sie umgesetzt werden können.

Dieser Anspruch erfordert eine Vertrautheit mit den örtlichen Strukturen, den Akteuren des Gesundheitssektors und den bestehenden Versorgungslücken und Konflikten. Die tatsächlichen Verhältnisse vor Ort müssen in der Berichterstattung sichtbar werden, die verschiedenen Akteure, Institutionen und Einrichtungen sind in die Berichterstattung einzubeziehen, die örtlichen Experten sind zu Rate zu ziehen und auch die Erfahrungen der Bevölkerung mit dem gesundheitlichen Versorgungssystem müssen berücksichtigt werden (z.B. durch Befragung der Selbsthilfegruppen). Dann besteht eine Chance, dass der Bericht in der Stadt zur Kenntnis genommen wird, zu einer Diskussion unter den Entscheidungsträgern führt, dass konkrete und realistische Handlungsempfehlungen ausgesprochen werden können und dass erste Umsetzungsschritte unternommen werden.

Gesundheitsberichterstattung muss daher als Gemeinschaftsaufgabe begriffen werden, die sich konzeptionell auf "Öffentlichkeit" hin auszurichten hat. Die Berichterstattung auf kommunaler Ebene kann nur dann erfolgreich sein, wenn die öffentliche und politische Dimension nicht ausgespart, sondern geradezu Bestandteil wird.

Gesundheitliche Probleme sind erst einmal als wichtige Themen im kommunal-politischen Feld bekannt zu machen, die Sichtweisen der verschiedensten Akteure und Institutionen zu dieser Thematik zu verdeutlichen, konträre Standpunkte aufzuzeigen und Möglichkeiten der Kooperation und des Konsenses in der Bestimmung prioritärer Handlungsziele auszuloten.

Seit 1990 erstellt die Abteilung Gesundheitsförderung und Gesundheitsplanung zu unterschiedlichen Themen Gesundheitsberichte, die die gesundheitliche Versorgungssituation beschreiben, analysieren und Möglichkeiten zur Verbesserung aufzeigen. In die Gesundheitsberichterstattung sind alle Akteure des jeweiligen Versorgungsfeldes eingebunden. So werden Informationen z.B. von Wissenschaft, Verwaltung, Krankenhäusern, niedergelassenen Ärzten, Verbänden, Einrichtungen und Diensten und Selbsthilfegruppen zusammengestellt und im Rahmen von vorbereitenden Workshops mit allen Beteiligten diskutiert. Mit der Gesundheitsberichterstattung wird eine Aktivierung des gesundheitlichen Versorgungsfeldes angestrebt, die dann im Rahmen kommunaler Gesundheitskonferenzen zur Verbesserung der Versorgungsstruktur genutzt werden kann.