Gemeindepsychiatrie

Unsere Anschrift

Rathausstraße 6 • 44649 Herne

02323 16-4591

02323 16-3626

Öffnungszeiten

08:30 - 12:00 Uhr

13:30 - 15:30 Uhr

Zusammenarbeit in der Herner Gemeindepsychiatrie

Vorbemerkung

Die Offenheit und Vielfalt in der Herner Gemeindepsychiatrie, die sich in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat, ist weiterhin Grundlage der zukünftigen, gemeinsamen Arbeit. Nur durch ein vertrauensvolles Miteinander können aktuelle und zukünftige Herausforderungen bewältigt werden. Ziel aller Bemühungen ist es dabei, den Menschen, der an einer psychischen Erkrankung leidet, der betroffenen Familie und Angehörigen die bestmöglichen Hilfen in Herne zu bieten.

a. Allgemeine Anforderungen

  1. Die in der Herner Gemeindepsychiatrie tätigen Einrichtungen und Dienste wirken am Psychosozialen Plenum und an den verschiedenen Arbeitskreisen aktiv mit; auch Betroffene und interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich am Plenum und an den Arbeitskreisen beteiligen.
  2. Mit der Zusammenarbeit im Psychosozialen Plenum und in den Arbeitskreisen werden die Vernetzung und damit das gemeinsame Verantwortungsbewusstsein aller an der psychiatrischen Versorgung Beteiligten gefördert und intensiviert.
  3. Vorrangiges Ziel der Zusammenarbeit und Vernetzung ist die Optimierung der Versorgung für jeden einzelnen Hilfebedürftigen, für seine Angehörigen und sonstige Bezugspersonen.
  4. Zur Optimierung der Versorgung tragen im einzelnen bei:
    • Beachtung des Rechts auf Selbstbestimmung des psychisch kranken Menschen
    • Individuelle Hilfeplanung
    • Kooperationsbereitschaft
    • kontinuierliche Qualitätsverbesserung
    • Überprüfung der Versorgungssituation (Bedarf / Angebot / Leistung)
    • Fortbildung, Supervision, Qualifizierung
    • Zusammenarbeit mit Angehörigen und sonstigen Bezugspersonen
    • Zusammenarbeit mit der Selbsthilfe
    • wechselseitige Information und Aufklärung
    • gemeinsame Beratung, Abstimmung und Entscheidung
    • Umsetzung gemeinsam gefasster Beschlüsse

b. Ebene der Patienten bzw. Klienten

  1. Wenn aktuelle Betreuungsprobleme auftreten, so sollten von den beteiligten Institutionen nach Möglichkeit keine juristischen Schritte eingeleitet werden wie z. B. das Aussprechen einer Kündigung. Solche juristischen Schritte sind für die Lösung aktueller Betreuungsprobleme wenig hilfreich.
  2. Das gemeinsame Gespräch zwischen den an der Betreuung beteiligten Institutionen / Personen sollte gerade bei sehr großen Schwierigkeiten nie aufhören bzw. nie beendet werden.
  3. Gibt es festgefahrene Situationen oder besonders große Schwierigkeiten, so sollten die betreuenden Institutionen die Leiterin des Sozialpsychiatrischen Dienstes, Frau Wagenschütz, als Mittlerin bzw. Beraterin einbinden bzw. den Psychiatrie-Koordinator ansprechen.
  4. Bei besonders schwierigen Patienten sind auch besonders abgestimmte und frühzeitig erarbeitete individuelle Hilfepläne erforderlich. Je schwieriger der/die Patient/In, desto sorgfältiger sollte die individuelle Hilfeplanung durchgeführt werden.
  5. Wer in der Herner Gemeindepsychiatrie betreut wird, sollte auch nicht aus dem Betreuungsnetz der Herner Gemeindepsychiatrie fallen. Notwendige Übergänge in andere Einrichtungen und Dienste sind frühzeitig vorzubereiten und abzustimmen. Jedenfalls sollte keiner, der psychiatrische Hilfe benötigt, aus den gemeindepsychiatrischen Einrichtungen und Diensten unmittelbar und ohne Übergang entlassen werden.

c. Ebene der Institutionen

  1. Jede an der Gemeindepsychiatrie beteiligte Institution sollte alle anderen Institutionen möglichst frühzeitig und umfassend über beabsichtigte Änderungen informieren, wenn diese das bestehende Organisationsgefüge und die bisherigen Arbeitsweisen des gemeindepsychiatrischen Versorgungsnetzes berühren.
  2. Eine solche aktive und offene Informationspolitik stellt sicher, dass beabsichtigte Veränderungen einer gemeindepsychiatrischen Diagnose unterzogen werden können: Vor- und Nachteile geplanter Veränderungen werden sichtbar gemacht, Verbesserungsvorschläge und andere Hinweise können gegeben werden, Fehler können vermieden werden, Zustimmung und Ablehnung können geäußert werden.
  3. Im Regelfall wird in einem ersten Schritt der Psychiatrie-Koordinator von der beabsichtigten Änderung informiert; in einem zweiten Schritt wird das Psychosoziale Plenum unterrichtet. Im Bedarfsfall wird das Vorhaben im Psychosozialen Plenum zur Diskussion gestellt und ein Empfehlungsbeschluss gefasst.